Darf ich mich kurz vorstellen! 

Ich heiße Roland und sammle Petromax/Geniol Laternen und alles was E&G betrifft.

                     

                        Gestatten, ich bin Olaf der Elch!                       roland@petroleumlampen.de

                                                                         



                                                                  Dat isser bei der Arbeit.

                                           

                                           


                                                        Wenn man sich trifft!

                                                                 

                                                             Jürgen A, rolliderschrauber   

                                                            

                                                                Jürgen B, Monsier Ara, rolliderschrauber


                       Kerngesund: Die Firma Graetz wird 60 Jahre alt

                                                                               

08.05.2009 · ALTENA - Der letzte Rest von Graetz wird 60 - im Mai 1949 wurde die Graetz Strahlungsmesstechnik GmbH gegründet, als einziger Zweig der Traditionsmarke hat sie den Niedergang des Unternehmens überlebt. Wie einst die Mutter, so ist auch die letzte verbliebene Tochter international bekannt. "Wir liefern praktisch in alle Welt", sagt Uwe Rische, einer der beiden geschäftsführenden Inhaber.

17 Mitarbeiter stellen (immer noch im alten Graetz-Werk) Strahlungsmessgeräte her. Eingesetzt werden sie in der Medizin ebenso wie in Kernkraftwerken und bei der Werkstoffprüfung, um nur einige Beispiele zu nennen. Der Spürpanzer Fuchs ist mit Messgeräten aus Altena bestückt, bei der Feuerwehr gehören sie zur Grundausstattung der Trupps, die sich um gefährliche Stoffe zu kümmern haben. 1600 Geräte verlassen jährlich das Werk.

Sie werden (bis auf eingebauten Leiterplatten) tatsächlich von A bis Z in Altena gebaut - "China haben wir hinter uns", seufzt Rische. Beim Versuch, im billigeren Ausland produzieren zu lassen, habe man viel Lehrgeld bezahlt. Winfried Fessen, der andere Firmeninhaber: "Das arbeiten unsere Servicetechniker noch immer ab."

Kurzer Blick zurück: Gegründet wurde Graetz 1860 in Berlin, nach dem Krieg kam das Unternehmen nach Altena und produzierte hier in erster Linie Rundfunkgeräte und Petroleumlampen. 1949 wurde die Strahlungsmesstechnik GmbH gegründet. 1961 folgte der Verkauf an SEL, 1986 ging es weiter zu Alcatel und 1988 schließlich folgte der Verkauf an Nokia. Dieser Konzern trennte sich schließlich 1990 von der Strahlungsmesstechnik GmbH. Der Verkauf an die Hamburger Firma Herfurth war zunächst ein Segen, weil die GmbH damit von der Schließung der Graetz-Werke nicht betroffen war. Allerdings meldete Herfurth 1993 Insolvenz an - fünf Jahre lang stand Graetz unter der Aufsicht des Insolvenzverwalters, bevor führende Mitarbeiter im Zuge eines Management Buy Out die Firma übernahmen. Anfangs gab es vier geschäftsführende Inhaber, geblieben sind davon Rische und Fessen.

"Das war schon eine schwierige Entscheidung damals", erinnert sich Fessen. Heute ist er deutlich entspannter: Der Bau von Strahlungsmessgeräten sei eine Nische, in der sich Graetz gut behaupte. Deutschlandweit gebe es nur zwei ernsthafte Konkurrenten.

"Jedes Jahr ein neues Modell" - diese Devise haben die Chefs ausgegeben und sorgen so dafür, dass die Geräte stets auf dem neuesten Stand sind. Ein altes Bundeswehr-Gerät, dass Fessen vorzeigt, muss von Hand justiert werden, ein manueller Batteriecheck ist erforderlich, das Ablesen kompliziert. Heute geht sozusagen alles wie von selbst - und es versteht sich von selbst, dass die Messgeräte per Schnittstelle an den PC angeschlossen werden können.

Entwicklung und Produktion sind das eine. Hinzu kommt der Service: Die Messgeräte müssen in regelmäßigen Abständen im Werk auf ihre Funktion überprüft werden - die Serviceabteilung sei ein ganz wichtiges Standbein des kleinen Unternehmens, betonen die beiden Geschäftsführer.

Den Werkstatt-Bereich darf man übrigens nur mit Dosimeter betreten: Zum einen werden hier auch kontaminierte Geräte repariert, zum anderen verfügt die Firma über eine Kalibrieranlage mit mehreren Strahlenquellen. Sie ist erforderlich, weil die Messgeräte in regelmäßigen Abständen auf ihre Funktion überprüft und dabei auch starken Strahlungen ausgesetzt werden müssen. Damit nichts passieren kann, ist diese Anlage weitgehend automatisiert und natürlich doppelt und dreifach abgesichert.

Bei Graetz arbeiten Ingenieure, Physiker und andere, hoch qualifizierte Fachkräfte. Zum Jubiläum hat ihnen die Geschäftsführung einen Ausflug in eine ganz andere Welt spendiert: 60 Jahre Graetz wurde gestern Abend mit einem Mafia-Diner in der Spielbank Hohensyburg gefeiert.


            

© 2017 Roland Loos, Bockhorst/NS
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